Wenn der Heimweg zur Tortur wird

40 Stunden Woche. 24 Urlaubstage. Kein Weihnachtsgeld und kein 13tes Gehalt. Klingt kacke, ist auch so. Da ist der Nachhauseweg nach einem acht stündigen Arbeitstag noch das beste an seinem Job. Nun, was aber machen, wenn der deutsche Straßenverkehr einem auch das versaut?

Nach einem anstrengenden Arbeitstag…

Lasst mich erklären. Mein Heimweg dauert nach unserem Umzug in das kleine, verschlafene Örtchen Waldfeucht (ja, Waldfeucht) etwa 25 bis 30 Minuten, je nach Verkehrslage und je nachdem wie ich die Ampeln erwische. Auch wenn mir als Verkehrsmittel nur ein 15 Jahre alter Opel Corsa B im sexy Rot zur Verfügung steht, so bin ich doch froh, dass neben den zahlreichen Mängeln zumindest die Musikanlage seinen Job sehr sehr gut macht. Alles Marke Eigenbau versteht sich.


Musik also folglich auf Anschlag, die Lunge aus dem Leib „singend“ mache ich mich nach einem Arbeitstag des schnauze-haltens und ja-sagens auf den Heimweg. Aktuell (seit etwa 2 Monaten) läuft die EP von Mondo Kané, sehr zu empfehlen, wird auch noch 2 Monaten noch nich kacke.
Aber nun zum Thema. Ihr kennt Verkehrsinseln, ja? Auch diese seltsamen Straßenverengungen, die wohl dafür sorgen sollen, dass die Verkehrsteilnehmer nicht rasen können. Meist findet man solche Dinger in der Nähe von Schulen, so zumindest in meinem Fallbeispiel hier. Wenn drei dieser Verengungen aufeinander folgen gilt folgende Regel, jetzt bitte mitschreiben: die Person auf dessen Seite nur EINE Verengung ist HAT VORFAHRT. Die Person, auf dessen Seite zwei Verengungen sind MUSS WARTEN. Ist nicht so schwer.

Jedenfalls scheint es eine solch einfache und leicht einzuhaltende Regelung nicht zu geben, wenn lediglich zwei Verengungen gegeben sind. Hier heißt es offenbar: wer zuerst kommt, mahlt zuerst oder aber: kack dein Gegenüber grundlos an, wenn er oder sie genau wie du einfach fährt.  Die Situation sah so aus, dass sowohl ich, als auch mein Gegenüber auf die jeweilige Verengung zugefahren sind. Nun gibt es ja einen Grund weswegen die zwei Dinger einen gewissen Abstand zueinander haben. Mit ein bisschen Hirnschmalz kommt man nämlich ganz easy mit zwei Autos durch die Verengung, ohne dass jemand warten muss, Gamechanger was? Ich möchte euch die Situation anhand einer kleinen, von mir erstellen Grafik demonstrieren:

Das kleine Straßenverkehr 1×1

Prinzipiell kann man sagen: nimmst du die Kurve großzügig genug, bekommt niemand Probleme. Nun, das sah mein Gegenüber anders. Denn anstatt um mich herum zu fahren, nimmt er den direkten Weg, quasi querfeldein und geht voll in die Eisen bevor er in mich rein kracht. So, wer hat nun an dieser Stelle den Fehler begannen? Ich, weil ich nicht gewartet habe bis er durch ist? Oder er, weil er die komplette Funktionalität von Verkehrsverengungen nicht gerafft hat und deswegen beinahe einen Unfall verursacht hat? Für mich ist die Antwort klar, aber jedem das Seine.
Und nun komme ich zu dem eigentlichen Punkt, der mir an der ganzen Situation seit Tagen nicht aus dem Kopf geht. Der Herr hat offensichtlich einen Fehler begannen. Ich möglicherweise auch irgendwo irgendwie, aber er trug die Hauptschuld. Aber anstatt sich per Handwink zu entschuldigen, wie es die Höflichkeit gebietet…rollt der sein Fenster runter und mault los!

Und die Moral der Geschicht.

Das ist der Punkt, über den ich gerne sprechen möchte.
Wieso ist sich im Straßenverkehr jeder selbst der nächste? Es scheint ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass man im deutschen Straßenverkehr prinzipiell nichts Schuld ist. Wenn ich ein Kind über den Haufen fahre gehört erstmal das Kind zusammengefaltet, oder wie ist das zu verstehen? Tatsächlich versuche ich in Verkehrssituationen immer möglichst objektiv zu sein, was sich im Falle einer Anzeige o.ä. negativ auswirkt, ich weiß. Aber wenn ich Mist baue…dann entschuldige ich mich, um Gottes Willen! Wenn ich ’ne Oma beim Ausparken fast über’n Haufen fahre, weil ich Sie nicht gesehen habe, steig ich aus und entschuldige mich!

Das Ende vom Lied war, dass der Kerl mich angemault hat und ich zurückgerufen habe, dass doch easy zwei Autos durch die Verengung passen und er sich abregen soll. Ich währ ja ausgestiegen, er aber nicht und wieso? Weil er ganz. genau. wusste, dass er im fucking Unrecht ist!


Also, um das Ganze mal zu einem Happy End zu bringen und meinen Lehrauftrag zu erfüllen. Wenn Ihr im Straßenverkehr Mist baut und sich keine polizeiliche Beteiligung anbahnt, dann seid einfach keine Arschlöcher und steht dazu. Allerdings nur dann. Wenn eurer Gegenüber Mist baut…macht Ihn fertig. 😉

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