Marvel’s Spiderman – 100% Review

Ach ja, Spiderman-Spiele…für jemanden, der seit frühester Kindheit Fan der Figur und der Spiele ist, ist es wohl kein Wunder, dass auch das neue Spiderman von Insomniac Games für die PS4 erneut Erinnerungen an meine Anfänge in der Videospiel-Welt weckt.
Von Spiderman und Spiderman 2: Enter Electro für die PSX, über die Film-Adaptionen Spiderman und Spiderman 2 für die OG XBOX und letztlich auch die zahlreichen Ableger für die XBOX 360 und PS3. Vergleichsmaterial für den neuesten Ableger aus dem Hause Insomniac gibt es auf jeden Fall genug.
Eines vorab: Das hier ist kein Gewöhnliches Review über das Spiel an sich und auch kein Vergleich mit älteren Spielen (wobei es definitiv interessant wäre die Entwicklung dieser Spieleserie zu beleuchten). Das hier ist ein subjektiver Erfahrungsbericht über das Erreichen der Platin Trophäe des Spiels. Zugegeben, komplette 100% hab ich noch nicht erreicht. Dafür fehlt noch der letzte DLC Silver Lining der „The City that never sleeps“-Reihe. Ebenso ist der New Game Plus Modus noch in Arbeit. Aber 100% im Hauptspiel und 100% in den beiden verfügbaren DLC’s geben mir sicherlich genug Stoff um diese Review zu verfassen.

Fangen wir also beim Hauptspiel an!

Release war an einem Freitag Abend. Perfekt um die Sache direkt am Wochenende anzugehen. Also nach der Arbeit schnell den lokalen Handel unterstützt und das Spiel mitgenommen. Zu Hause angekommen kann man nun, wie bei der aktuellen Konsolen-Generation üblich, die Installation starten. Die Zeit kann definitiv Sinnvoll mit dem Bereitstellen von Snacks und Getränken verbracht werden. Wer will für solche Belanglosigkeiten schon aufstehen wenn das Spiel einmal läuft. Also kurzer Check: Essen und trinken? Da. Spiel? Installiert.

Alles klar? Dann los!

Die ersten Spielminuten vergehen und schnell wird klar: DAS ist mein Nachfolger zu Spiderman 2 auf der OG Xbox. Ebenso schnell wird klar, dass ich alles was das Spiel zu bieten hat erforschen -und die Platin Trophäe erreichen will. Der Anreiz, den das Spiel bietet, ist also in den ersten Momenten schon ziemlich groß. Aber was genau muss man jetzt dafür tun? Und viel wichtiger, macht das auch Spaß?

Collectibles

Die Nebenmissionen und Collectibles schaltet man größtenteils im Verlauf der Hauptstory frei. Die restlichen Sammelitems kann man auch nach Abschließen der Story einsammeln. Damit hat man hier einen ähnlichen Weg wie beim diesjährigen God Of War gewählt, in welchem Teile der Welt ebenfalls erst nach und nach Freigeschaltet wurden. Gewisse Erfolge sind an den Verlauf der Hauptstory geknüpft und können Logischerweise erst dann erreicht werden wenn man den entsprechenden Plot-Punkt erreicht hat. Logisch.

Eins aber schon mal vorweg: die von vielen negativ aufgefassten Collectibles habe ich als absolut passend empfunden. Für mich, der mitten in der Story vier Stunden damit verbracht hat alle Rucksäcke und Foto-Locations zu finden, waren es fast zu wenige. Gut zugegeben, diese sind nicht sonderlich Kreativ. Rucksäcke von einer Wand zu kratzen ist vielleicht nicht der beste Weg seine Collectibles zu verstauen.
Dafür kann man die Sammelitems aber sehr gut nebenbei machen und die, die man bis zum Ende des Spiels nicht mitgenommen hat sind dann auch schnell noch geholt. Die Türme zeigen diese auf der Karte nach Aktivierung an und lassen sich somit vollkommen Problemlos erreichen. Beim Stichwort Türme fällt mir ein…diese wurden ebenso bemängelt wie die Rucksäcke. Auch hier gibt es von mir keine Zustimmung. Ich hab Assassin’s Creed II auf 100% gespielt, ich bin schlimmeres gewohnt. Aber wirklich, die Türme sind ebenfalls auf der Karte markiert, innerhalb von 30 Sekunden erledigt und treten nicht allzu zahlreich auf. Meiner Meinung nach alles im Rahmen.

Marvel’s Spiderman – https://tinyurl.com/yb57pwa7

Bitte lächeln! – Foto-Locations

Eines meiner Highlights waren die Foto Locations. Diese bieten viele schöne und unterhaltsame Easter Eggs aus dem Marvel Universum. Die Foto Locations werden auf der Mini-Map angezeigt und sind selbst im Full-Speed Schwung bestens erreichbar, wenn das Timing und die Reaktionsfähigkeit stimmt. Also auch hier gilt: wenn man eine gewisse Affinität dafür hat, sind die schnell erledigt.
Die meisten anderen „Sammelaufgaben“ erfüllt man bereits im Spielverlauf. Hier mal x-Meter geklettert, dort ein paar mal ausgewichen und schon hat man die „Fleißarbeit“ erledigt.

Was die klassischen Nebenmissionen angeht könnte ich zwar verstehen wieso die nicht jedem gefallen, mir haben sie aber großen Spaß gemacht. Da auf jede einzeln eingehen wahrscheinlich den Rahmen Sprengen würde, hier eine kurze Zusammenfassung: Die Nebenmissionen bieten kurzweilige Missionsreihen, in die man im Verlauf der Hauptstory immer mal wieder ein bisschen Fortschritt reinstecken kann. So muss man am Ende im besten Fall nur noch die Abschluss-Quest machen.
Mein Lieblingsaspekt unter den Collectibles sind aber wohl die Freischaltbaren Anzüge. Diese gab’s schon im Jahr 2000 bei Spiderman für die PSX und wurden hier wunderbar aufgebohrt. Die Anzüge bringen aber auch den Schwung zum negativen Part mit sich: Tokens.

Kloppen, kloppen – nochmals kloppen

Zum kaufen von Upgrades und Anzügen braucht man Tokens. Diese bekommt man für bestimmte Collectibles und Nebenaufgaben. Während die Foto- und Rucksack-Tokens mit den schon erwähnten Collectibles zu bekommen sind, sind Basis- und Verbrechens-Tokens eine ganz andere Geschichte. Die Basis-Tokens bekommt man indem man Fisk Verstecke und Dämonen Lagerhäuser säubert. Dies bietet nicht wirklich Abwechslung, denn es gibt keinen Weg die Dinger auf seine eigene Weise anzugehen. Während man die ersten Gegner noch Stealth ausschalten kann, kommt irgendwann der Punkt an dem einfach Wellen von Gegnern auftauchen, die um eine wunderbare Tracht Prügel bitten. Hierbei ist es egal ob man vorher entdeckt wurde oder nicht. Sobald man eine bestimmte Anzahl Feinde ausgeschaltet hat, kommen insgesamt 5 weitere Wellen die einfach nur Stumpf verprügelt werden wollen.

Wir sind in einem abgesperrten Areal in einer Lagerhalle oder in einem fest definierten Bereich der Open World-Karte. Während das Spiel einen in den normalen Kämpfen immer mal mit einer Hand voll Gegner füttert, prügelt man hier gute 10-12 Minuten ohne Verschnaufpause. Hat man die einmal durch, stellt sich schon eine gewissen Erleichterung ein. Das finde ich persönlich schade, da ich den Effekt bei den anderen Nebenaufgaben nicht hatte.

Distrikt Verbrechen – Quantität über Qualität?

Und dann sind da die Distrikt Verbrechen. Das sind kleine Mini-Missionen, die eine Hand voll verschiedener Aufgaben bieten. Soweit wäre das ja auch noch kein Problem, allerdings muss man 20 Stück pro Gebiet absolvieren. Nach dem ersten Gebiet hat man eigentlich schon alle Variationen durch, leider gibt es noch 7 weitere in denen ebenfalls 20 Verbrechen auf einen warten. Somit verkommen die Verbrechen schnell zu Arbeit und bieten spätestens nach 2 Gebieten nichts mehr, das man nicht schon mindestens 2-3 mal gesehen hat.

Ein weiterer Faktor ist, dass die Verbrechen nur random auftreten. Wenn man diese also gezielt abarbeiten will (was ich ohne hin nicht empfehlen kann), muss man nach jedem Verbrechen erstmal eine gewisse Zeit abwarten. Da ich die Verbrechen als letztes gemacht habe, hätte sich der bis dahin übermäßig positive Eindruck fast schon in ein „ganz ok“ gewandelt. Da ich hier aber über die letzten paar Stunden spreche und die Verbrechen ebenso im Verlauf der Story auftauchen, wäre diese Bewertung allerdings unfair.

Fazit

Ich bleibe bei meiner anfänglichen Meinung und sage, dass das Spiel durchweg Spaß macht. Die Basen und die Verbrechen nehmen zwar einen gewissen Teil der Spielzeit ein, sind aber letztlich auch gut machbar. Die restlichen Aspekte des Spiels kann ich nur mit „Top“ bewerten und damit ist auch das erreichen der 100% eine Spaßige Angelegenheit! Wer hier ein wenig Zeit investiert, bekommt ein rundes Gesamtpaket aus Spielspaß, Spielzeit und einer schönen Platin Trophäe serviert.
Die Verbrechen und Basen trüben den Eindruck für mich ein wenig, hier kommt es aber auch sehr auf den persönlichen Spiel-Stil und die eigenen Präferenzen an.

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